Jahreshauptwanderung 2014 am Starnberger See

Tagesberichte von der Wanderwoche

Sonntag, 14.09.2014

Wanderung Bernried - Tutzing - Possenhofen

Nach einem guten Frühstück ging es, beinahe schon traditionell, mit dem Frühsport draußen vor der Schwimmhalle unseres schönen Hotels los. Um 8:50 Uhr war Wanderstart, direkt vom Hotel runter an den See. Am Seglerhafen ging es auf dem Seeuferweg Richtung Norden. Leider hatte der Wettergott nur die erste Stunde ein Einsehen mit uns. Danach bekamen wir Nieselregen und später auch mehr davon auf unseren Regenschutz. Einen Vorteil hatte es. Trotz Sonntag waren heute wenig andere Ausflügler hier unterwegs.

Günther und Rosi führten uns direkt am Buchheim-Museum vorbei. Im Außenbereich kann man hier bereits moderne Kunst betrachten. Ein bunter Hubschrauber und Riesenkraken weisen den Weg zum Eingang. An einem wanderfreien Tag ein lohnender Besuch, wie uns später einige Wanderfreunde bestätigten. Auf der Landroute des „König-Ludwig-Weg“, der von Füssen bis Schloss Berg führt, erreichen wir den Seepark von Tutzingen. Hier erinnert ein Denkmal an Johannes Brahms, der hier drei seiner Werke komponiert hat. Ebenfalls wird hier im Park an die Schriftstellerin Elly Ney (deutsche Pianistin, die als Interpretin der Werke Ludwig van Beethovens Bedeutung erlangt hat) erinnert.

Wir folgen dem Weitwanderweg. Beim Schloss der Familie Thurn und Taxis hatten wir Gelegenheit in den Schlosspark zu schauen. Unter dem schützenden Dach eines Party-Zeltes, welches dort noch von einer Hochzeitsfeier vom Vorabend stand, reichte uns Doris Kräuter in „flüssiger Form“. Alles rein vorsorglich, damit es keine Erkältung gibt. Auf der Terrasse eines Lokales, unter einem Vordach geschützt, genossen wir ein wenig später unsere erste Mittagsrast mit echten Bayerischen Spezialitäten. Delia, Karl, Erhard und Georg hatten hier schon auf uns gewartet, um den weiteren Tag gemeinsam mit uns verbringen zu können.

14.30 Uhr Abmarsch zum Anleger und mit dem kleinen Elektroboot zur Roseninsel hinüber. Betörend war der Duft der Rosen, die jetzt in der zweiten Blüte des Jahres standen. Günther und Rosi hatten eine sehr interessante Führung durch das Casino organisiert. Zurück an Land wanderten wir durch Parklandschaften bis zum Schloss Possenhofen. Prinzessin Sissi verbrachte hier ihre Kindheit. Das alte Schloss mit den quer gestellten Ecktürmen macht noch heute einen imposanten Eindruck. Inzwischen ist die Anlage um ein neues Schloss, dass so genannte „Hufeisen“, erweitert worden. Hier endete unsere aktive Phase des ersten Tages. Günther und Rosi hatten einen Kleinbus organisiert. Dieser brachte uns zum Anleger und schon bald stachen wir in See. Die große Südrundfahrt bis zurück nach Bernried rundete einen schönen gemütlichen Wandertag ab. Danke an Rosi und Günther.

Den Ausklang des Tages nach dem Abendbrot hatte unser Vorstand bestens vorbereitet. Nach rund zwei Stunden konnte die harmonisch verlaufene Mitgliederversammlung geschlossen werden und alle gingen zufrieden schlafen.

Statistik: Wanderstrecke 15 km; Höhenmeter 140 aufwärts, 150 abwärts n

Montag,15.09.2014

Starnberg - Kloster Andechs - Herrsching

Heute ist ein trockener Tag. Wir starten um 8.15 Uhr und fahren mit dem Zug bis Tutzing, steigen um und sind 9.15 Uhr in Starnberg. Wir gehen kurz durch einige Straßen mit edlen Läden. Schade, keine Zeit zum Einkaufen, was sicher so manchen Partner freut! Dann führen Stufen und ein steiler Weg zum Friedhof hoch. Wir schauen uns die Kirche an. Nachdem wir hier ein Loblied gesungen haben, geht es weiter. Nun wandern wir durch die Maisinger Schlucht, schöne Waldwege und immer wieder freie Sicht ins Umland, das landwirtschaftlich geprägt ist. In Aschering machen wir eine 20 minütige Pause auf einem Spielplatz.

Nach einer kurzen Strecke sind wir im Wald, sehr gut beschildert und immer wieder freie Flächen, Feldwege, kleine Steigungen. Die Sonne ist nun endlich durch die Wolken gebrochen und es wird warm. Nach einigen Kilometern sehen wir in der Ferne auf dem Heiligen Berg das berühmte barocke Benediktinerkloster von Andechs. Es ist der älteste Wallfahrtsort Bay­erns (seit 1128). Oben angekommen haben wir uns die Einkehr verdient und es gibt ein reichliches Angebot an Speisen und Getränken. Touristen und Wanderer genießen die Gastlichkeit und den traumhaften Ausblick.

Gestärkt und ausgeruht besichtigen wir anschließend die schöne Klosterkirche und die dazu gehörigen Anlagen.

Ab jetzt geht der Weg immer leicht abwärts durch das Kienbachtal. Ein schöner felsiger Bachlauf und hoch in den Himmel aufragende Bäume säumen den breiten Weg, der uns nach Herrsching führt. Durch den Ort geht es zum Bahnhof, hier steht der Bus und bringt uns wieder nach Bernried. Es war eine genüssliche Wandertour, die Rosi und Günther für uns ausgesucht haben.

Dienstag,16.09.2014

Oberammergau - Pürschlinghaus - Unterammergau

Der graue Nebel hat das Licht durchdrungen, deshalb starten wir frohgemut mit vier PKW`s nach Oberammergau zum Ausgangspunkt der Wanderung auf den Pürschling (1564 m). Die Fahrt dorthin mit dem Panorama von Zugspitz und Alpspitz hat uns eingestimmt auf den 687 m hohen Aufstieg, den wir um 9.20 Uhr beginnen. Die angegebene Zeit von 2,45 Stunden verkürzt eine Sesselbahn für einige unserer Wanderer. Der ständige Anstieg auf einem Schottersträßchen in praller Sonne fordert unsere Ausdauer heraus. Die Spinnweben überall, angestrahlt von der Sonne, sind eine Augenweide. Siegfrieds Kommentar über unsere Jugend am Berg - Ingrid G. und Tobi - trägt zur großen Erheiterung bei.

Genau zur Mittagszeit erreichen wir das Pürschlinghaus. Die ehemalige königliche Jagdhütte von Max II. Joseph und Ludwig II. gehört seit 1919 der Sektion Bergland des DAV. Nach der Renovierung 1972 wird sie in August-Schuster-Hütte umbenannt. Die Wandertafeln zeigen an, dass dies auch eine Route des E 4 ist. An der Hüttenwand ist es herrlich warm, alle stärken sich; Tobi braucht für seine leckere Hüttenvesperplatte Genießer, die am Speck und Käse gerne mitschnippeln. Nach der ein-stündigen Pause heißt es absteigen nach Unterammergau. Eine schwarze Wolke hat eine unheimliche Anziehungskraft auf drei Unentwegte, (Rü Wa Wa) genau dort eine Variante einzulegen. Wolkenbruch=Abbruch!! Bei der Josephskapelle am Abstiegsweg, die den Verunglückten am Berg gewidmet ist, verweilen wir mit dem Lied Donna nobis Pacem. Bald taucht der Wegweiser zur Schleifmühlenklamm auf. Der Gebirgsbach fällt hier kaskadenartig hinab. Ein gesicherter Steig führt am Rand vorbei bis zur Schleifsteinmühle. Aus den umliegenden harten Gesteinsschichten wurden zu früheren Zeiten Teile gebrochen, die zu Schleifsteinen mit der Wasserkraft geformt wurden. Nach ca. 2.30 Stunden erreichen wir Unterammergau; ein eiskaltes Kneipptretbecken ist eine Wohltat für unsere Füße, bevor wir in den Zug nach Oberammergau steigen.

Georg und Karl waren heute mit den gemieteten E-Bikes unterwegs. Geplant war eine Seeumrundung mit ca. 50 km. Trotz strahlendem Sonnenschein schafften wir aber nur 30 km. Die Räder waren langsam und schwer, die Wege steinig, außerdem gab es viel zu besichtigen. Wir zwei 80-jährigen haben uns an der herrlichen Landschaft erfreut. Ja wir waren einfach zufrieden.

Mittwoch, 17.09.2014

Wanderung von Bernried nach Seeshaupt und weiter zu den Osterseen

Pünktlich geht es für eine große Gruppe I.W.F.`ler vom „Hof“. Eine kleine Gruppe nimmt eine Abkürzung -nämlich den Zug nach Iffeldorf- und dort treffen wir uns alle zur Mittagseinkehr im Gasthaus Osterseen.
Nach kurzer Zeit haben wir den Uferweg Richtung Seeshaupt erreicht und wandern durch den Bernrieder Park mit seinen großen alten Bäumen. An einer schönen Badestelle im Bernrieder Park -die Sonne kommt gerade durch den Nebel über dem See zum Vorschein und so haben wir eine gute Sicht auf die Berge- singen wir und machen mit Rüdiger unseren Frühsport, anschließend geht es mit viel Freude weiter. Am Wegesrand sind immer wieder die zauberhaften Kunstwerke der Spinnen zu bewundern, denn durch die Sonne sind sie an den Hecken und Sträuchern in einer großen Vielfalt sichtbar. Auf schönen Wanderwegen erreichen wir den südlichsten Zipfel des Starnberger Sees, Seeshaupt und machen am Anleger eine kleine Pause, natürlich mit Blick über den sonnigen See. Doch lange halten wir uns nicht auf, einmal treppauf, an der Kirche vorbei und weiter geht es gen Süden, Richtung der Osterseen.
 Das Naturschutzgebiet Osterseen, ist eine verwunschene Landschaft zwischen dem Starnberger See und Iffeldorf. Eine Hochmoorlandschaft bestehend aus 19 Seen und Tümpeln (mit einer Gesamtfläche von rund 225 Hektar), die durch weitläufige Moorflächen und Kanäle miteinander verbunden sind. Teilweise kreisrund, glitzern sie als blaue Farbtupfer aus den Wäldern und Wiesen heraus. Wir wandern entlang eines Schilfgürtels, über Holzstege, durch Wald und Wiesen. In dieser großartigen Natur haben wir immer wieder den Blick auf die bayerischen Alpen. Ja, der liebe Gott hat es mit dem Pfaffenwinkel schon sehr gut gemeint.
 
Auf ruhigen Forstwegen, später ein kurzes Stück Straße begleitend, wandern wir, vorbei am Sanatorium Lauterbach, der Lauterbacher Mühle in Richtung Iffeldorf zu unserer Mittagseinkehr im Gasthaus Osterseen.  Für uns sind auf der sonnigen Terrasse Plätze reserviert und nachdem alle I.W.F.`ler eingetroffen sind, genießen wir die Mittagspause mit Blick auf die Osterseen. In Iffeldorf ist die Pfarrkirche St. Vitus und Margaretha sehenswert, doch ich war durch die Keramik-Werkstatt so abgelenkt, dass ich kein Auge dafür hatte. Kugeln, Hagebutten, Stehlen, kleine Skulpturen in den versch. Farben boten für mich ein riesiges Angebot, leider umsonst, der Laden war geschlossen!
 
Mit allen Wanderfreunden/innen starten wir nach unserer Mittagspause den gemeinsamen Rückweg, Richtung Bhf. Iffeldorf. Wir passieren die Blaue Gumpe, einen Quelltrichter, aus dem Grundwasser von bester Qualität tritt. Ein kleiner Steg führt zu dem Trichter, der durch das klare Wasser gut zu sehen ist. An einer Badestelle machen wir noch eine sonnige Rast - eine kleine Gruppe geht schon weiter Richtung Bahnhof-. Rüdiger badet blank; Käthe, Christl, Brunhilde, Walter S., Heinz und Walter W. gehen wie Pfarrer Kneipp in`s  Wasser und wir anderen genießen einfach Sonne und Ausblick. Von Günther gibt es dort den täglichen Schnaps und gut geschmiert wird die restliche Strecke mit Ziel Bhf. Iffeldorf unter die Füße genommen. In Bernried angekommen, machen wir alle einen Einkehrschwung im Biergarten vom Hotel Seeblick und  damit geht ein schöner Tag gemeinsam zu Ende.

Donnerstag, 18.09.2014


Heute wird nicht gewandert, dafür ist Kultur angesagt. Mit dem Kleinbus geht es nach Landsberg am Lech. Vorbei am Westufer des Ammersees sehen wir das Schloss Pähl (Privatbesitz), die Erdfunkstelle Raisting, das Kloster Dießen, welches von Mechthild von Andechs gegründet wurde. Diese Umgebung ist die Heimat des Fußballweltmeisters Thomas Müller. Landsberg liegt im Voralpenland zwischen Schwaben und Altbayern und wird erstmals im 12. Jahrh. urkundlich erwähnt, ca. 100 Jahre später als Wittelbachische Stadt. Vor den Toren der Stadt ist das Bayertor sichtbar, erbaut 1425 als Wehrturm, mit dem Wappen der damaligen bayerischen Herzöge. Unsere Stadtführerin, Frau Jacobs, treffen wir am Färbertor. Vorbei am Bäckertor gelangen wir zum Wehr des Lechs, erbaut im 14. Jahrh. zur Ableitung des Mühlbaches. Heute beeindrucken die Kaskaden des Lechs die Besucher. Durch den Fluss wurde die Stadt ein Umschlagplatz für Getreide, Holz, Tuch und Salz. Noch heute zeugen die Salzgasse (jetzt mit kleinen, privaten Wohnungen und Geschäften) und der Salzstadel (einer von dreien) vom Salzhandel, der für Landsberg von großer, wirtschaftlicher Bedeutung war. Wir gehen weiter zur Johanniskirche, entworfen von Dominikus Zimmermann, mit herrlichen Deckengemälden und Barockaltar, der sich wie ein Kulissentheater darstellt. Durch die Limonigase (18. Jahrh.), nach Zitronenhändlern benannt, gelangen wir zur Blatterngasse. Das Blatternhaus diente als Armen- und Siechenhaus für Menschen mit der Krankheit „Schwarze Pocken“. Im westlichen Teil der Stadt gab es ein 2. Haus für Leprakranke, diese galten dort als tot. Wir gehen weiter zur Ledergasse, wo die Gerber und Lederer ihr Handwerk verrichteten, kommen zum Schmalztor, wo sich die alte Stadtmauer schließt. Von hier schauen wir auf den Hauptplatz mit schönen, restaurierten Häusern (2 mit gegenüberstehenden Giebeln) und dem Rathaus. Es wurde 1719 erbaut, die Stuckfassade wurde von D. Zimmermann und mehreren Stuckateuren über viele Jahre gestaltet. Das Bürgermeisterzimmer mit 2 schweren Eisentüren, ehemals Archiv und Stadtkasse, dient nur noch der Repräsentation. Der Festsaal, mit Nadelholzdecke, ist mit Gemälden und Fresken ausgestattet. Heute finden dort Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Im Hexenviertel aus dem 19. Jahrh., benannt nach Malerinnen von der Kunstakademie München, die als Hexen bezeichnet wurden, waren viele Handwerker und Gerber ansässig. Am Spitalplatz sehen wir einen Brunnen mit Rutenkindern. Alle 3 Jahre gibt es einen Festumzug mit Kindern, in Kleidung der damaligen Zeit. In der Stadtpfarrkirche aus dem 15. Jahrh., als Pfeilerbasilika erbaut, steht das Taufbecken mit Fisch, als ältestes Stück in der Mitte des Hauptganges. Ferner gibt es die Orgel mit 80 Figuren der Bildhauerbrüder Luidl, die auch viele Holzplastiken und den Palmesel (1671) gebaut haben, dazu den Hochaltar und viele spätgotische Glasfenster. Nach der Stadtführung blieb uns genug Zeit zum Bummeln, Shoppen, Essen und Trinken, bei herrlichem Wetter am Lech. 15.30 Uhr war Abfahrt zur Wieskirche. Es war leise geworden im Bus, einige waren müde und geschafft von Stadt- und Shoppingtour. Wir fuhren über die Lechtalbrücke durch das Voralpenland, über Steingarden zur Wieskirche, im bayerischen Pfaffenwinkel. Hier wurde ein Gruppenfoto gemacht, da alle Teilnehmer der Jahreswanderung dabei waren. Herr Hartung, der Chef des Schongauer Touristenvereins, erzählte uns als erstes die Geschichte der Holzfigur „der gegeißelte Heiland von Magnus Straub“, die in der kleinen Kapelle, gegenüber des Haupthauses von D. Zimmermann steht. Die Kapelle ist um 1740 erbaut und seit 1744 als Wallfahrtskirche zugängig. Die Wieskirche wurde von 1745 -1754 von D. Zimmermann und seinem Bruder erbaut, sie ist bis heute unbeheizt, um die Kunstwerke zu schonen. 1983 wurde sie zum Weltkulturerbe erklärt. Die Fresken und den Himmel hat Johann Baptist (der Bruder von Zimmermann) gemalt, die Farbe besteht noch aus der Zeit der Erbauung. An den zwei Balkonen sehen wir Blechmusiker zur Barockzeit, die vier Evangelisten sind aus weißem Gips im Rokokostil, alle Stuckarbeiten und Fresken wurden in der Kirche gefertigt. Am Altargehäuse ist der „gegeißelte Heiland auf der Wies mit Tuch“ dargestellt. Es gibt vier Beichtstühle mit Ölgemälden und Schnitzereien, an der Kanzel sehen wir vier Putten mit den 10 Geboten, insgesamt gibt es 324 Darstellungen von Puttis. In 17 Arbeitsgängen wurde der Stuckmarmor gefertigt. Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor der Gr., die vier großen Theologen des Abendlandes, sind das Alterswerk des Tiroler Bildhauers Anton Sturm. Die Orgel, erbaut 1754, wurde immer wieder erneuert, zuletzt vor zwei Jahren. Im Kirchturm der Wieskirche befinden sich 7 Glocken, 4 davon bilden ein zusammenhängendes Geläut. Nach soviel Pracht und Kunstwerk geht es mit dem Bus zurück nach Bernried.

Freitag, 19.09.2014

Bergwanderung auf den Herzogstand

Morgens um 8.30 Uhr ging die Fahrt mit den Privat-PKW`s zum Walchensee zur Talstation der Bergbahn auf den Herzogstand. Von hier aus wanderten wir auf der Südseite des Herzogstands über einen sehr schönen schmalen Bergpfad mit vielen Serpentinen den Berg hoch. An schönen Aussichtspunkten machten wir immer wieder kurze Pausen und genossen den herrlichen Blick auf den Walchensee. Nach ca. 2 Stunden und 800 Höhenmeter erreichten wir die Alpenvereinshütte auf dem Herzogstand. Die Wittelsbacher errichteten hier schon 1857 ein Jagdhaus, welches jedoch dem Feuer zum Opfer fiel. Nach kurzer Trinkpause wanderten wir noch 1,2 km auf dem E 4 weiter auf den Gipfel zum Pavillon, welcher schon von Bayrischen Königen gebaut und benutzt wurde. Hier auf dem Gipfel wurde in den 20iger Jahren eine Sendeanlage für Längstwellen,
welche für den Interkontinental – Funkverkehr benutzt werden sollte, gebaut. Die Antennen waren über 3 km lange Seile, dafür wurde eigens in dieser Höhe eine Seilwickelmaschine aufgebaut. Viele Verankerungen kann man jetzt noch erkennen. Bevor diese Sendeanlage in Betrieb genommen wurde, war diese Längstwellen - Technologie schon wieder veraltet. Auf dem Gipfel des Herzogstands, einer der bekanntesten Münchner Hausberge, hat man einen sehr schönen Blick ins bayrische Alpenvorland. Man konnte den Starnberger See, den Ammersee, den Staffelsee, sowie den Kochelsee und Riegsee sehen und ganz im Hintergrund erkannte man München. Richtung Süden sah man den Walchensee und in der Ferne die herrlichen Bergketten der Österreichischen Alpen. Auf deutscher Seite konnte man die Zugspitze erkennen. Überhaupt hatte man von diesem Berg eine tolle Rundumsicht, da die Wetterverhältnisse hervorragend waren. Nun ging`s zur Mittagspause in die Alpenvereinshütte. Danach begann der Abstieg Richtung Osten zur Kesselberg – Passhöhe. In diesem als Reitweg
( E 4 ) bezeichneten Abstieg hatte man immer wieder herrliche Ausblicke auf den Kochelsee und die bayrische Voralpenzone. Von dieser Passhöhe aus benutzten wir einen Linienbus, welcher uns dann wieder zur Talstation der Bergbahn zu unseren Autos brachte. Diese Bergtour hatte 12,4 km Länge, 931 m Aufstieg und 869 m Abstieg.

Samstag, 20.09.2914

Wanderung Bernried – Schloss Hohenberg (Ghs.) - Seeshaupt

Pünktlich um 9 Uhr ging unsere Wanderung direkt vom Hotel aus los. Nachdem wir den Ort verlassen hatten, zog sich der Weg wunderschön am Neusee und dem Nußberger- sowie dem Hausweiher vorbei. Der Weg durch die sich anschließende Moorlandschaft ist  mit Holzplanken belegt. Diese Stege waren jedoch durch die andauernde Feuchtigkeit glatt wie Schmierseife. Wir hatten ein wenig Mühe, unbeschadet hinüber zu gelangen. Alles ging gut.

Die schöne St. Mariä-Kirche in Jenhausen steht auf einer kleinen Anhöhe und bietet somit  einen weiten Rundblick. Günther meinte zu Recht, dass dies ein nettes Fleckchen für eine kleine Pause sei. Plötzlich kam aus diversen Rucksäcken Flüssignahrung zum Vorschein. Die edlen Spender hatten Mühe, diese letzten Reserven an Mann und Frau zu bringen. So gestärkt zog die Wanderschar weiter an Feld, Wald und Seen vorbei. Wir streifen Magnetsried mit der St. Margaretha-Kapelle, kommen an Wolfsried vorbei und werden kurz vor unserer Mittagsrast doch noch von einem Regenguss überrascht. Selbst Wanderfreund Walter Sauder holte seinen Schirm hervor und steckte sein Notizbuch bei Seite (dazu siehe separater Bericht, bzw. Gedicht, das am Abend vorgetragen wurde).  Zügig geht es unterhalb vom Schloss Hohenberg zur Schlossgaststätte. Beides gehört zum Besitz der Familie von Thurn und Taxis. Die Terrasse des Gasthauses ist überdacht. Ein feines Plätzchen im Freien für unsere mittägliche Brotzeit. Der Regen hatte nachgelassen und so wurde es recht gemütlich.

Eine gute Stunde reicht uns und wir können mit trockenem Wetter unsere Wanderschaft fortsetzen. Direkt bei der Einfahrt zum Gasthaus stehen uralte dicke Eichen. Alles ist hier wie in einem großen Naturpark. Auch der am Weg liegende Frechensee passt sehr schön in dieses Bild. Gut zwei Stunden haben wir Zeit bis zum direkt am Starnberger See gelegenen Ort Seeshaupt. Um Punkt 16 Uhr laufen wir ein und die Glocken der Ortskirche begrüßen uns mit ihrem Klang. Noch sind wir nicht daheim. Wie an den anderen Tagen ist alles perfekt von Günther und Rosi organisiert. Pünktlich um 16.30 Uhr kommt das Fährschiff. So gibt es zum Tages- und Wochenausklang nochmals eine kleine Seefahrt. Diese muss  wohl so schön gewesen sein, dass einige von uns beinahe nicht in Bernried mit ausgestiegen wären.
Ein Ausklang des Tages und unserer Wanderwoche im Süden Deutschlands folgte sehr typisch mit einem Bayrischen Buffet. Es wurde reichlich vom Haus aufgefahren. Trotz aller Anstrengungen konnten wir das alles nicht aufessen. Der Abend verlief, genau, wie die zurück liegenden Tage, sehr harmonisch. Wir denken, alle waren sehr zufrieden  und ein wenig traurig, dass es dann am nächsten Tag heimwärts gehen wird und sich erst einmal unsere Wege trennen würden. Jedoch das oder die Wiedersehen wurden bereits beschlossen und somit konnten alle fröhlich und entspannt den Abend und Ausklang einer gelungenen Wanderwoche genießen.

Statistik: Wanderstrecke 21 km; Höhenmeter 370 m aufwärts, 350 m abwärts

Programm der Wanderwoche

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