Mitteleuropa 14/14

Paul-Gerhardt-Weg, Natur und Kultur zwischen Berlin und Spreewald von Manfred Reschke, Trescher Verlag, Berlin 2017, 1. Auflage, 164 Seiten, 25 genaue Karten und Stadtpläne, mehr als 80 Farbfotos, 12,95 €, ISBN 978-3-89794-354-4

 

"Geh aus mein Herz und suche Freud" dieses bekannte Lied von Paul Gerhard kennt jeder  IWFler. Unzählige Male haben wir es vor einem Aufbruch zu einer Wanderung gesungen. Paul Gerhard (1607 - 1676) ist wohl der bedeutendste deutsche Kirchenlieddichter. Er wirkte

als Pfarrer in Berlin, Mittenwalde und Lübben. Mir diesem Wanderführer werden diese Stationen erstmals zu einem attraktiven Weitwanderweg verbunden. Er führt vom Berliner Nikolaiviertel durch das Schenkenländchen und durch den Naturpark Dahme-Heideseen in den nördlichen Spreewald. Der Weg durchmisst sehr unterschiedliche reizvolle Landschaften, gleichzeitig finden sich zahlreiche bauliche Schätze an der Strecke. Dieser Wanderführer

bietet genaue Karten mit exakter Wegführung sowie ein Bewertungssystem aller Etappen und stellt kenntnisreich alle Sehenswürdigkeiten am Wegesrand vor. Die Routen der 140 km langen Strecke sind in Tagestouren eingeteilt, deren Anfangs- und Endpunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Umfangreiche Hinweise auf Informationsstellen, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten sowie zusätzliche Vorschläge für Rundwanderungen und Ausflugstipps komplettieren diesen gelungenen Führer.

 

05.2017

 

Slowenien per Rad von Eberhard Schmitt-Burk, Verlag Wolfgang Kettler, Neuenhagen 2015, 2. Auflage, 15,80 €, 350 Seiten, ISBN 978-3-932546-49-5, Archiv No 743

 

 Dieser Radreiseführer wendet sich an Radlerfreunde, die ihre Reise weitgehend selbst gestalten möchten. In Slowenien findet man auf vergleichsweise engem Raum eine große Vielfalt von Landschaften: eine eindrucksvolle alpine Hochgebirgsszenerie, idyllische bewaldete Mittelgebirge, weite Ebenen, Täler, karger mediterraner Karst und eine Küstenlandschaft mit subtropischer Vegetation. 79 Streckenvorschläge enthält dieser Führer. Aus ihnen kann man sich mit Hilfe einer Übersichtskarte die Radreiseroute selbst zusammenstellen. Gute Straßenkarten (etwa im Maßstab 1:75000) sind als Ergänzung allerdings erforderlich. Um diesen Führer zu schreiben, hat der Autor drei viermonatige Radelaufenthalte in Slowenien verbracht. Dabei hat er knapp 7000 km per pedales zurückgelegt. Diese Leistung nötigt Respekt ab. Entsprechend umfangreich ist die Informationsfülle, die dieser Führer bietet. Wer als Weitwanderer in die Jahre gekommen ist, sollte sein Gepäck als Radwanderer auf dem Fahrrad transportieren, das ist im Alter wesentlich leichter als das Wandern mit dem Rucksack.

 

03.2017

 

Lüneburger Heide von Norbert Rother, Conrad Stein Verlag, Welver 2014, 1. Auflage, Outdoor Handbuch 399, 12,90 €, 159 Seiten, 43 Karten, 57 farbige Abbildungen, 19 farbige Höhenprofile, ISBN 978-3-866686-426-0, Archiv No 727

 

 

 

Diese wunderschöne Landschaft war schon einmal das Ziel einer Jahreswanderung unseres Vereins. Vom "Familienspaziergang durch das Sonnensystem" bis zur Tageswanderung auf dem Heidschnuckenweg stellt dieser Wanderführer 28 der schönsten Wanderungen und Spaziergänge in der Lüneburger Heide vor und gibt dabei viele Tipps für Wanderer mit Kind, Buggy und Hund. Ein detailliertes Inhaltsverzeichnis verschafft einen Überblick über Charakter und Schwierigkeitsgrad der Touren; weitere praktische Tipps gibt es dann im ausführlichen Infoblock zu jeder Tour, z.B. zu Einkehrmöglichkeiten, Parkplätzen oder Wegmarkierungen. Bei der Orientierung helfen neben den genauen Wegbeschreibungen die Karten im Maßstab 1:50.000/1:75.000 und die GPS-Tracks zu jeder Tour, die kostenlos im Internet heruntergeladen werden können.

 

03.2017

 

 

Ischia von Pia de Simony, Verlag MAIRDUMONT, Ostfildern 2016, 132 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 12,99 €, ISBN 978-3-8297-2776-1, Archiv No 699

 

Eine Weitwanderung ist auf dieser kleinen Mittelmeerinsel schwerlich möglich, weite Wanderungen dagegen schon. Hier lässt sich das Wandern bestens mit dem Baden in den Thermalquellen verbinden.

 

Es ist herrlich kühl in diesem kleinen Wald in Lacco Ameno, bergab geht es, die Zikaden zirpen, das Blau des Himmels schimmert durch die dichten Baumkronen - und plötzlich liegt sie da, diese herrliche Bucht mit ihrem hellen, flachen Sandstrand und den begrünten Tuffwänden rechts und links. Das ist Ischia: Strände, Wälder, Fischer- und Bergdörfer, die Insellandschaft hat unzählige Facetten, sie zeigt sich in jeder Bucht, in jedem Ort und auf jeder Anhöhe in einem neuen, manchmal noch atemberaubenderen Gewand.

 

Die Felsen der Insel aus dem mal ockergelben, mal grünen Tuff und ihre gepressten Schichten erzählen, wie Ischia entstanden ist: Vor etwa 33000 Jahren stieg Magma aus dem Erdinneren auf und hob den Deckel der Magmakammer über den Meeresspiegel hinaus. Durch diesen gigantischen Kraftakt der Natur entstand die Insel, die seitdem die nördliche Seite des Golfs von Neapel verlängert. Das einstige Kochen und Brodeln unter dem Eiland (der letzte Vulkanausbruch war 1301) ist bis heute an mehr als 40 Stellen sichtbar: Besonders spektakulär sind der Vulkankrater vom Monte Rotaro im Nordosten sowie der Krater Vatoliere im Osten der Insel. Bis ins späte 19. Jh. suchten Erdbeben Ischia heim, beim letzten Beben wurden die Orte Casamicciola und Lacco Ameno stark zerstört.

 

Berühmt ist Ischia für seine zahlreichen Thermalquellen. Die vulkanischen Kräfte tief unter der Erde lassen überall auf der Insel heiße Quellen brodeln und dampfen, ihnen verdankt Ischia seinen Reichtum. Die Heilwässer und Dampfbäder, Sand- und Fangopackungen kurieren rheumatische Erkrankungen, Stoffwechsel- und Hautkrankeiten, bestimmte Herz-, Magen- und Darmleiden. Darüber hinaus ist eine Kur auf Ischia erquicklich aufgrund des einmaligen Ambientes: Um die wichtigsten Thermalquellen herum sind anmutige Gärten entstanden. Jeder dieser Parks gleicht einer blühenden Oase, ein Besuch der Quellen ist heilend für den Körper und inmitten dieser paradiesisch anmutenden Natur zugleich Balsam für die Seele.

 

Bekannt war die Heilkraft der Quellen bereits in der Antike. Doch auch wenn das heiße, mineralhaltige Wasser Knochen- und Muskelschmerzen lindert, der Name "Ischia" hat nicht das Geringste mit dem Ischiasnerv zu tun. Noch immer ist die Herkunft des Inselnamens umstritten: Im 9. Jh. wurde die Insel in einem Brief von Papst Leo III. "Iscla" genannt, wahrscheinlich geht der Name der Insel aber auf das lateinische Wort insula (Insel) zurück. Ausgesprochen wird er jedenfalls "Iskia". Genutzt wurden Ischias Quellen zum ersten Mal von den Griechen, sie hatten die Insel im 8. Jh. vor Chr. besiedelt und nannten sie "Pithekoussai".

 

Ischias Tourismusgeschichte beginnt vor über 2000 Jahren mit den Römern. Ob auch Kaiser Augustus persönlich die Quellen liebte, ist nicht bekannt, in die Geschichte ging nur ein, dass er Ischia 29 v. Chr. gegen das kleinere Capri eintauschte. Im 19. Jh. ist Ischia ein beliebtes Reise- und Kurziel in europäischen Adels- und Künstlerkreisen, bis ein schweres Erdbeben im Juli 1883 den berühmtesten Kurort der Insel, Casamicciola Terme, fast komplett zerstört, mehr als 2300 Menschen kommen dabei ums Leben. In den 50er-Jahren des 20. Jhs. blüht der Kurtourismus neu auf. Lacco Ameno ist jetzt das Zentrum des internationalen Jetsets; angelockt werden die VIPs der Nachkriegszeit von Angelo Rizzoli, einem international erfolgreichen Filmproduzenten und Verleger. Der ebenso geschäftstüchtige wie umtriebige Rizzoli investiert in das Nobelhotel L'Albergo della Regina Isabella, wo fortan Stars wie Maria Callas, Liz Taylor und Richard Burton residieren. Weitere Hotels und Restaurants werden gebaut, Lacco Ameno bekommt sein elegantes Image. Rizzoli blieb ein Wohltäter für die Gemeinde: In seiner Villa Arbusto, die heute der Gemeinde Lacco Ameno gehört, werden archäologische Schätze der Insel ausgestellt, darunter historische Kostbarkeiten wie der Nestorbecher aus dem 8. Jh. v. Chr. Rizzoli (1889-1970) stiftete auch das Inselkrankenhaus, es ist benannt nach seiner Frau Anna.

 

Ab den 1960er-Jahren pilgern auch deutsche Kurgäste zu den Heilquellen der Insel im Thyrrenischen Meer. Die Speisekarten sind jetzt auf Italienisch und Deutsch geschrieben, die ischitanischen Schulen unterrichten Deutsch als erste Fremdsprache. Am beliebtesten sind die Orte Forio und Sant'Angelo, deren ältere Einwohner immer noch hervorragend deutsch sprechen. Heutzutage hat Ischia ein internationales Publikum. Weit über 400000 Besucher zieht die Insel mit ihren gerade mal 62000 Bewohnern jedes Jahr an. Reisende aus Deutschland kommen nach wie vor sehr gerne, sie machen immerhin ein Zehntel der Touristen aus; im Juli und August sind es vorwiegend Italiener, die auf der vielseitigen Insel in der Familie Urlaub machen.

 

Mehr als 23000 Gästebetten in Herbergen aller Kategorien stehen auf Ischia zur Auswahl - vom eher spartanischen B & B in den Bergen über das bequeme Strandhotel mit Halb- oder Vollpension bis zum luxuriösen Spa-Resort von internationalem Topniveau. In den letzten Jahren sind immer mehr attraktive Ferienappartements und B & B's dazugekommen, außerdem werden Zimmer in Privathäusern vermietet..

 

Die 46,3 km2 große Insel bietet weitaus mehr Attraktionen und Sehenswürdigkeiten an, als in einen zehn- oder auch vierzehntägigen Urlaub hineinpassen würden: Die sechs Gemeinden der Insel - Ischia Porto/Ponte, Casamicciola Terme, Lacco Ameno, Forio, Serrara-Fontana mit Sant'Angelo und Barano d'Ischia mit dem berühmten Maronti-Strand - sind alle einen Besuch wert, ein Höhepunkt sind die zahlreichen Weingüter in den Weinbergen am Monte Epomeo. Auf geführten Exkursionen erschließen sich versteckt gelegene Vulkanlandschaften und herrliche Pinienwälder.

 

Ischias Strände sind meist sandig, manchmal mit Kieseln bedeckt. Alle Thermalanlagen unterscheiden sich voneinander - mal liegen sie am Sandstrand, mal in den Bergen, mal über einem Felsplateau am Meer oder versteckt in einer tiefen Schlucht. Der 788 m hohe Monte Epomeo lockt mit Dutzenden von Wanderwegen, einige führen in Vulkankrater hinab, andere bringen Sie zu immer neuen, noch atemberaubenderen Panoramaterrassen. Außer Ski- und Schlittenfahren können Sie auf Ischia fast jede Art von Sport treiben: Tennis spielen, Reiten, es gibt fünf Yachthäfen und Dutzende von Surf- und Tauchschulen; wer auf eigene Faust um die Insel schippern will, mietet ein Motor-, Tret- oder Ruderboot, wer es bequemer mag, bucht eine Bootsfahrt mit dem Ausflugsschiff. Mit dem (gemieteten) Fahrrad oder Motorroller macht ein Ausflug über die Serpentinenstraßen hinauf in die verschlafenen Dörfer bei Barano d'Ischia oder Serrara-Fontana besonders viel Spaß.

 

Wer Ischia zum ersten Mal bereist, kommt vielleicht mit Vorurteilen. Doch die Insel hat mit dem Kurbetrieb des späten 20. Jhs. nichts mehr zu tun. Heute können Sie mit Ischia eine der vielseitigsten und modernsten Inseln im Mittelmeer entdecken. Berühmt für ihre Strände und Quellen, ist die Isola verde, die grüne Insel, ebenso bekannt für ihre subtropische Naturvielfalt: Vom Frühling bis tief in den Herbst grünt und blüht es, duftet es überall nach Jasmin und Rosmarin, nach Pinien, Orangen- und Zitronenblüten. Und seien es die Fischer in Sant'Angelo oder die Weinbauern oberhalb von Forio - die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Inselbewohner tut das Ihrige, um einen Urlaub auf dieser vielfältigen Insel unvergesslich werden zu lassen.

 

02.2017 

 

Alpenüberquerung Salzburg - Triest von Christoph Herrmann, Bergverlag Rother, München 2016, 1. Auflage, 182 Seiten, 112 Abbildungen, 11,5 x 16,5 cm, 14,90 €, ISBN 978-3-7633-4494-9, Archiv No 748

 

 

 

Eine Alpenüberquerung ist sicherlich ein Höhepunkt im Leben eines Weitwanderers. Diese 28-tägige Wanderung führt in 28 Etappen durch Österreich und Slowenien an die Adria. Man wandert von den Berchtesgadener Alpen durch die Goldberg- und Kreuzeckgruppe zu den Gailtaler Alpen. Über den Karnischen Hauptkamm gelangt man in die Julischen Alpen, um schließlich durch Friaul-Julisch Venetien an die Adria abzusteigen. Die Übernachtungen erfolgen überwiegend in Alpenvereinshütten. Die Anstiege übersteigen mehrfach tausend Höhenmeter. Allerdings verlaufen alle Übergänge unterhalb von 3000 Metern. Aber man geht durchschnittlich sieben Stunden am Tag. Wer sich den Anforderungen gewachsen fühlt, sollte sich auf diesen noch nicht überlaufenen Weitwanderweg begeben.

 

02.2017

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