Quer-Durch-Deutschland-Weg

 

- Weitwanderung durch unser Heimatland -

 

I. Teil - Abschnitt: Bad Steben – Bad Schandau

 

001 Wandertag – 26.07.2017 Mo. - Blankenstein-Bad Steben – Einlauftag

 

Die erste Tagesetappe gehen wir in umgekehrter Richtung. Somit sind wir nur mit Tagesgepäck unterwegs. Wir starten also von Bad Steben mit dem Bus nach Blankenstein. Von der Haltestelle „Wartehalle Blankenstein“ sind es nur 500 m bis zum Wanderdrehkreuz im Frankenwald. Hier enden, bzw. starten fünf Weitwanderwege: Rennsteig (über den wir in 2016 von Eisenach bis Bad Steben gewandert waren), Frankenweg, Fränkischer Gebirgsweg, Frankenwaldsteig und der Kammweg Erzgebirge-Vogtland, den wir nun vor uns haben. Heute geht es erst einmal zurück nach Bad Steben. Wir folgen zuerst dem Frankenweg und dem Frankenwaldsteig hinauf zum Aussichtsturm Wiedeturm (549m) mit schöner Aussicht auf unsere Startregion. Danach nehmen wir einem kleinen Pfad (nur für Geübte) zum Hirschsprung und weiter abwärts zum Blechschmidtenhammer. Wir folgen einem tollen Weg auf der Höllenquellwasserleitung durch das schöne Tal der Selbitz bis nach Hölle zur Höllensprudelquelle. Bis nach Bad Steben wandern wir auf verschiedenen Wald- und Wiesen.

 

14 km, 463 m rauf, 302 m runter

 

 

002 Wandertag – 27.07.2017 Die. -. Blankenstein-Hirschberg-Juchhöh – Kolonne

 

Erneut mit dem Bus von Bad Steben bis zur Haltestelle Wartehalle in Blankenstein. Von dort über die Straßenbrücke der Saale und kurz darauf in den Wald hinauf zum Ort Blankenberg. Im Ort auf die Markierung Acht geben, damit man nicht den schönen Aussichtspunkt mit Rückblick, bzw. Blick hinab auf den Startpunkt Blankenstein verpasst. Nach einem kurzen Abstieg sind wir wieder an der Saale und wandern auf alten DDR-Kolonnenwegen weiter. In Pottiga hat man uns einen “Skaywalk“ gebaut. Von der Aussichtsrampe haben wir einen guten, wenn auch vom Wetter getrübten, Ausblick auf die Saale. Nun muss der Regenschutz aus dem Rucksack seine Dienste tun. Auf dem „Grünen Band“ laufen wir die Saale-Schleife aus, überqueren jedoch zwei Mal die Saale. Die zweite Brücke ist noch aus Holz und bei der Überquerung laufen wir auf den Ort Sparnberg mit schöner Kirche zu. Direkt neben der Kirche geht der Kammweg hinauf und oberhalb vom unten im Tal liegenden Ort weiter. Den Straßenlärm der A9 müssen wir über uns ergehen lassen. Auf Kolonnenwegen wandern wir bis nach Hirschberg. Hier erwarten uns große alte heruntergekommene herrschaftliche Häuser mit großen ungenutzten Park-/ Freiflächen. Hier befand sich einst Europas größte Lederfabrik. Wir schreiten auf der Saalebrücke von Thüringen hinüber nach Bayern und zurück. Das war zu den DDR-Zeiten nicht möglich – Ende im Gelände. Der Weg weiter über eine, an einen Felsen gehängte Brücke. Sozusagen schwebend über der Saale. Kurz darauf nehmen wir auf der einst längsten Bank der Welt Platz und machen eine kurze Pause. Nach einem kurzen und heftigen Pfad-Aufstieg genießen wir von der Öhninger Schutzhütte erneut den Ausblick auf die Saale. Nach der Überquerung der B2 suchen wir uns einen unmarkierten Weg abseits der Straße zu unserer etwa einen Km vom Kammweg entfernten Unterkunft in Juchhöh.

 

22 km,  598 m rauf, 424 m runter

 

003 Wandertag – 28.07.2017 Mi. -. Hirschberg-Juchhöh – Talsperre Dröda/Großozöbern

 

- Grenzerfahrung

 

Zurück zum Kammweg der uns als schöner Pfad bis zum Tal der Saale empfängt. Hier erwartet uns das absolute Kontrastprogramm mit Kolonnenweg und alter Grenzzaunanlage. Wir erreichen das ehemals geteilte Mödlareuth (auch Klein Berlin genannt) mit dem Deutsch Deutschen Museum. Schwer beeindruckt von dieser als Freilichtmuseum erhaltenen Grenzbefestigungsanlage wandern wir zwischen Getreidefeldern und modernen Windrädern hindurch. Leider ca. 4,5 km und eine Stunde über Asphalt – Ergebnis des Baues der Windkraftanlagen. Den kleinen Abstecher zum Drei Freistaaten Stein nehmen wir mit. Hier treffen sich die drei Freistaaten Thüringen, Sachsen und Bayern. Leider setzt nun ein zwei Stunden anhaltender Regen ein. Im kleinen Ort Gutenfürst hätten wir die Möglichkeit, unsere Wanderung abzubrechen und mit Bahn weiter zu Reisen (Verbindung nach Hof-Dresden-Leipzig). Zum Glück machen wir das nicht. Denn erstens lässt der Regen nach und zweitens haben wir die Kolonnenwege hinter uns gelassen und wir können unsere Wanderung auf schönem Pfad durch ein Waldgebiet fortsetzen. Ein Witzbold hat ein Schild aufgestellt, wonach sich das nächste WC in 38 km befindet. Hinter Burgstein endlich die erste Begegnung mit uns entgegenkommenden Kammweg-Wanderern. Ein Vater mit seinem Sohn (15 J.) ist im dritten Jahr auf dem Weg unterwegs. Wie die meisten Wanderer sind sie im Osten, in Altenberg-Geising, und nicht wie wir in Blankenstein gestartet. Sie haben sich drei Jahre jeweils etwa eine Woche Zeit genommen und sind nun drei Tage vor Ihrem Ziel. Wir haben Glück und jetzt kommt sogar die Sonne heraus. Nur die Geräusche der zu unterquerenden A72 trüben ein wenig diesen schönen Wegabschnitt. Unser Wandertag endet an der Bundesstraße 173 unmittelbar am Vorbecken der Talsperre Dödra. Im Wäldchen davor gibt es einen kleinen Wanderparkplatz. Eine Frau will gerade mit Ihrem Auto wegfahren. Ich halte und spreche sie an.Sie ist sehr freundlich und hat den gleichen Weg wie wir. In Großzöbern steigen wir aus und erreichen entspannt unsere Pension. Unsere Vermieterin Manuela Anders, fährt uns später in einen Nachbarort (10 km) zum Abendessen und holt uns auch wieder dort ab –toller Service.

 

22 km, 388 m rauf, 528 m runter

 

 

 

004 Wandertag – 29.07.2017 Do. Talsperre Dödra/Großzöbern – Eichigt-Bergen

 

- Regen bringt Segen

 

Am Morgen PKW-Transfer unserer Wirtin zum Einstieg an die Dödra-Vorsperre Ramoldsreuth. Es regnet und wird den ganzen Tag nicht mehr aufhören. Somit spannen wir gleich unsere Regenschirme auf. Nach Überquerung der Vorsperrenmauer folgen wir einem Pfad nach Engelhardtsgrün hinauf. Über die Höhe an Feldern vorbei und bei schönem Wetter sicher mit toller Aussicht auf das Vogtland. Nach der Vorsperre Bobenneukirchen müssen wir durch den kleinen Ort ca. einen Kilometer auf der Straße laufen, bis es wieder hinauf auf die aussichtsreihen Höhen geht. An einer Straßenkreuzung finden wir endlich ein trockenes Plätzchen für eine kleine Pause in einem Bushäuschen. Auf dem Weiterweg queren wir einen Pilgerweg und den E3, der von hier südwärts über die Grenze nach Tschechien verläuft. Kurz vor Tiefenbrunn kommt uns eine Bank mit einem Schutzdach gelegen. Wir packen unser Picknick aus. Allerdings ist es nicht wirklich gemütlich. Der Himmel öffnet noch mehr die Schleusen und der Regen platscht auch noch unter das Dach. Wir machen kurz einen Abstecher nach Tiefenbrunn zur Bushaltestelle und haben Pech. Der Mittagsbus fährt nur während der Schulzeit. Also, weiter geht’s, zu Fuß. Hier befinden wir uns ganz nah an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze und im Naturschutzgebiet, das Teil des Grünen Band ist. Trotz Regen zeigt uns ein älterer Herr die vielen blühenden Blumen in seinem Garten. Im Regen, nur mit einem Pulli bekleidet, geht er von Blühte zu Blühte und schüttelt die Tropfen ab. Hinter Obereichtigt zweigen wir ein wenig vom Kammweg ab und nehmen einen Waldweg der weiter östlich auf die Landstraße nach Eichtigt-Bergen kommt. Dieser müssen wir nun leider 350 m folgen um kurz darauf unsere Unterkunft zu erreichen.

 

18 km, 391 m rauf, 254 m runter

 

 

005 Wandertag – 30.07.2017 Fr. Eichigt-Bergen – Schöneck

 

- Wolkenpracht

 

Damit wir nicht auf der Straße zurück zum Kammweg laufen müssen, hatte ich eigentlich geplant, auf anderem Weg zum Vogtlandpanoramaweg und über diesen dann wieder auf den Kammweg zu gelangen. Unser Vermieter bietet uns an, uns mit dem Wagen die Straße zurück zum Kammwegeinstieg zu bringen. Nette Menschen hier im Vogtland. Unmittelbar nach dem Einstieg hat man einen kleinen Naturbadesee angelegt. Bei schönem heißem Sommerwetter wäre ein Sprung in das kühle Nass sicher eine angenehme Abwechslung. Der Regen hat zwar aufgehört, es ist jedoch noch sehr frisch am Morgen. Es folgt ein herrlicher Wegabschnitt an einem Bachlauf entlang. Im kleinen Ort Gettengrün unterhalten wir uns mit einem Omchen, die, mit ihren 85 Jahren noch eine der ganz wenigen Bewohnerinnen des Ortes damit beschäftigt ist, mit der Harke das Gras zusammen zu kehren. Ansonsten, wie an all den anderen Tagen ist auch heute wieder keine Mensch unterwegs. Am Birkenweg kommen wir an einer alten sehr gepflegten kleinen Siedlung vorbei. Wir haben das Grüne Band hinter uns gelassen und erkennen an diesen alten Häusern, dass Böhmen jetzt ganz nah ist. Kurz vor Adorf stoßen wir auf den VogtlandPanoramaWeg. Von diesem hatte ich geplant auf den Kammweg zu stoßen. Der VPW ist wegen Holzfällerarbeiten gesperrt. Wir hätten bei dieser ab Bergen geplanten Variante vermutlich erhebliche Probleme bekommen. Glück gehabt. In Adorf besuchen wir das Perlmutter- und Heimatmuseum, gehen über den großen Markplatz mit Geschäften und Gastronomie in schönen alten teilweise restaurierten Gebäuden und stoßen unterhalb der Kirche wieder auf den Kammweg. Wir genießen den Weiterweg auf Wald- und Wiesenwegen durch die wellige Hügellandschaft. Der Himmel bietet ein tolles Wolkenschauspiel und die Landschaft wird von Licht und Schatten stimuliert. Leider erwischt uns dann doch noch ein Regenschauer als wir auf einem langweiligen Schotterweg vor uns hin trotten. Kurz vor Schöneck dürfen wir uns dann noch über einen kleinen Trampelpfad, der unterhalb einer Bahnlinie verläuft, freuen. Unsere Unterkunft finden wir direkt hinter und unterhalb von einem großen Ferienhotel mit Erlebnisbad. Da es in der Pension kein Abendbrot gibt, bleibt uns nur der Abendspaziergang, als Alternative zum großen Hotel, in den 15 Minuten entfernten Ortskern mit schöner alter Kirche.

 

21 km, 541 m rauf, 403 m runter

 

 

006 Wandertag – 01.07. Sa. Schöneck – Klingenthal-Mühlleiten

 

Topasfund

 

Zurück am Ferienhotel vorbei, über die Bahn und weiter durch einen schönen Park. Dann folgt leider entlang der Bahnstreck und der Talsperre Muldenberg ein recht langer Abschnitt auf Schotterpiste. Umso schöner wird es dann nach der Staumauer auf kleinen Pfaden an Bächen vorbei und hinauf zu einem kleinen See (Sauteich). Hier treffen wir ein junges Paar, das den Kammweg ebenfalls komplett erwandert. Sie haben den größten Teil schon hinter sich, da sie die „Normalrichtung“ wandern. Dieser Bereich gehört zum technischen Denkmal „Oberer Floßgraben“. Hinter dem nachfolgenden Autoparkplatz werden wir wegen Waldarbeiten umgeleitet. Die Schleife ist so groß, dass wir uns entscheiden, nicht mehr von hinten auf den Schneckenstein zu steigen, sondern durch die Ferien-Siedlung Schneckenstein zu gehen und dahinter wieder dem Kammweg bis zum Topasfelsen (883m) zu folgen. Wenn die Sicht von oben auch eingeschränkt ist, so lohnt es sich m. E. doch, einmal hinauf zu steigen. Der Wärter berichtet uns, dass von hier die großen Topase der britischen Königskrone stammen. Der Abbau der Steine ist schon lange Geschichte. Wir machen uns auf die Suche und finden noch einen Stein mit Topasen-Einschlüssen. Trotz Mehrgewicht landet er für zu Hause in meinem Rucksack. Wir haben uns lange hier aufgehalten, auch, weil es wieder angefangen hat zu regnen. Bis zu unserem Hotel in Mühlleithen sind es noch rd. drei km. Drei km in strömenden Regen.

 

Schön, dass wir uns ein nettes Zimmer gegönnt haben und wir zum Abendessen nicht mehr vor die Tür müssen.

 

16 km, 351 m rauf, 242 m runter

 

 

Ich Wandere mit Freu(n)den

 

Rüdiger Schneider

 

Dieser Wanderbericht wird demnächst fortgeführt!