Tipps und Hinweise zum Wandern im Iran

 

In Europa boomt das Weitwandern. Wer als passionierter Weitwanderer bereits einige der großen europäischen Weitwanderwege unter seine Wanderstiefel genommen hat, den zieht es hinaus in die Berge der Welt. Trekking im Himalaya oder in den Anden sind inzwischen beliebte Ziele für Weitwanderer geworden. Die Touren werden meist von Bergführern über abenteuerliche Pfade über hohe Pässe geführt.

 

Auch der Iran mit seinen zahlreichen Viertausendern und dem Fünftausender Demavend (5671 m) eignet sich hervorragend für Trekkingtouren. Einheimische Wanderführer gibt es aber nur für Gipfelbesteigungen; das Weitwandern/Trekking hat im Land der Mullahs noch nicht den Stellenwert wie in den Alpen oder im Himalaya.

 

Wer also etwa eine der drei vor 40 Jahren von meinen Bergkameraden und mir erwanderten und beschriebenen Elburs-Überquerungen von Teheran ans Kaspische Meer wandern möchte, muss diese drei achttägigen Weitwanderungen ohne Führer unternehmen. Das ist ohne Farsi-Kenntnisse und nur mit einem guten GPS-Gerät immer noch ein ganz großes Erlebnis und beträchtliches Abenteuer. Alle Begeher haben bisher die anspruchsvollste der drei Routen gewählt. "Über die hohen Pässe" habe ich sie seinerzeit genannt. Auf dieser anspruchsvollsten Route muss man mehrfach über zweitausend Höhenmeter im An- und dann auch wieder im Abstieg bewältigen. Im Rucksack befinden sich noch Zelt, Schafsack, Isomatte, Wasserfilter und Proviant, man trägt bei der großen Anstrengung also eine Last zwischen 15 und 20 kg auf dem Rücken. Die Tour darf also in keinem Fall unterschätzt werden. Manch einer ist schon aus der Route enttäuscht und entkräftet wieder ausgestiegen. Daher würde ich auch dem versierten Bergwanderer zunächst die Route "Über die Dörfer" empfehlen. Auf ihr braucht man das Zelt gar nicht. Man sollte dennoch nicht darauf verzichten, weil ich nach einer längeren Erholungspause am Kaspischen Meer den Rückweg auf der Route "Durch die langen Täler" oder gar die anspruchsvollste Route "Über die hohen Pässe" empfehle. Man kann natürlich auch in wenigen Stunden mit dem Bus oder Taxi nach Teheran zurückfahren, um von dort die Routen so zu wandern (von Süden nach Norden), wie ich sie beschrieben habe.

 

 

 

Hans Losse