Pressemitteilung des Deutschen Wanderverbandes

Deutscher Wanderverband

 

Forderungen zur Bundestagswahl

 

Einen Katalog mit Forderungen an die Politik hat der Deutsche Wanderverband (DWV) jetzt an die Fraktionsvorsitzenden aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien gesendet. Zuvor ging das Papier bereits an die Präsidenten und Vorsitzenden der 58 Mitgliedsvereine des Deutschen Wanderverbandes sowie an die Landesverbände, welche sich mit den DWV-Forderungen an die Bundestagskandidaten in den jeweiligen Regionen wenden.

 

In dem während des 117. Deutschen Wandertages in Eisenach von der DWV-Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen Forderungspapier für die 19. Legislaturperiode fordert der Deutsche Wanderverband mehr Unterstützung durch die Politik. Aufbauend darauf, dass das Wandern die Wirtschaft fördert, dem Naturschutz dient und eine nachhaltige Bildung ermöglicht sowie integrierend wirkt und die Gesundheit fördert formuliert der Verband sechs Forderungen:

 

Er wünscht eine mit den notwendigen finanziellen Ressourcen ausgestattete zentrale Koordinierungsstelle auf Bundesebene für das Thema Wandern. Erforderlich sei diese wegen des enormen Koordinierungsbedarfs zwischen verschiedenen Ministerien, zwischen Bundes- und Länderebene sowie den Akteuren in den einzelnen Wanderdestinationen. Bedeutsam sei die zentrale Koordinierungsstelle aber nicht nur hinsichtlich einer nachhaltigen Sicherung der Wanderinfrastruktur, sondern auch, um Qualitätsinitiativen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), dem Deutschen Tourismusverband (DTV) sowie dem DEHOGA abzustimmen und international zu vermarkten.

 

Im Hinblick auf eine weiterhin verlässliche Wanderinfrastruktur als Grundlage für den boomenden Wandertourismus in Deutschland fordert der Verband, das Thema Wandern in das Verkehrsressort und damit in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zu überführen. Damit wäre der Erhalt der für den Arbeitsmarkt wichtigen wandertouristischen Infrastruktur, die von 69 Prozent der Bevölkerung genutzt werde, keine freiwillige Aufgabe mehr für Kommunen und Landkreise. Außerdem würden die Belange der Wanderer frühzeitig in Planungsprozesse eingebunden.

 

Unabhängig davon müsse das Ehrenamt für seine nachhaltigen Leistungen stärker finanziell unterstützt und politisch gewertschätzt werden. Deutschlands Wandertourismus basiert dem DWV zufolge auf der Grundlage der ehrenamtlichen Tätigkeit der unter seinem Dach organisierten Menschen. Es sei höchste Zeit, dass den Wandervereinen wenigstens ein Teil ihrer finanziellen Aufwendungen für die Wegearbeit aus staatlichen Mitteln erstattet werde. Andernfalls sei die hohe Qualität der wandertouristischen Infrastruktur nicht zu halten. Laut Befragung der Europäischen Wandervereinigung erhalten Organisationen in Europa, die für das Wandern zuständig sind, durchschnittlich 19 Euro aus staatlichen Mitteln pro Kilometer markiertem Wanderweg. In Deutschland sind es lediglich fünf Euro, die den verantwortlichen Verbänden und Vereinen aus der Staatskasse zufließen.

 

Die vierte Forderung des Deutschen Wanderverbandes bezieht sich auf das DWV-Gesundheitswandern. Das sind kurze, durch besonders geschulte und zertifizierte Wanderführer angeleitete Wanderungen mit physiotherapeutischen Übungen und Informationen zum gesunden Lebenswandel. Die positiven Effekte dieser Wanderungen wie die Verringerung des Body Mass Index und des Blutdrucks sowie die Steigerung der Ausdauerleistungs- und Koordinationsfähigkeit hat eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nachgewiesen. Dennoch werden die Wanderungen von der Zentralen Prüfungsstelle Prävention (ZPP) nur teilweise als Primärpräventionsleistung anerkennt. Das liegt daran, dass der Wanderverband kein Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist. Der DWV fordert deshalb, wissenschaftlich nachgewiesen wirksame Angebote zur Stärkung und Förderung der Gesundheit unabhängig von einer bestimmten Verbandszugehörigkeit als Primärpräventionsleistung anzuerkennen.

 

Auf den Schulunterreicht im Freien bezieht sich die fünfte DWV-Forderung. Der Verband unterstützt mit mehreren Initiativen seit Jahren Schulwanderungen, die zur Bewegung in der Natur und dem damit verbundenen gemeinschaftlichen Erleben, Entdecken und Beobachten von Naturphänomenen genutzt werden sowie „Draußenschulen“, also Schulen, in denen die Schüler einen Tag in der Woche im Freien unterrichtet werden. Beides führt Studien zufolge zu einem lebendigen Bewusstsein für die biologische Vielfalt und damit zur Gestaltungskompetenz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Verband fordert deswegen, dass die zuständigen Bundesministerien über ihre Förderinstrumente Schulen dazu anregen, stärker im Freien zu unterrichten. Dies sei angesichts der digitalisierten Welt mit ihrer „Verhäuslichung“ von Kindheit und Jugend besonders wichtig.

 

Schließlich fordert der DWV eine Unterstützung bei der Fortschreibung der Grundlagenstudie „Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern“ aus dem Jahr 2010. Aktuelle Daten seien als Planungsgrundlage von unschätzbarem Wert. Ob Wirtschafts- und Gesundheitsförderung oder Lernen im Sinn einer nachhaltigen Entwicklung: Die Effekte des Wanderns wirkten sich umso positiver aus, desto besser sie geplant seien.

 

Viele Grüße

 

Jens Kuhr

 

 

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Deutscher Wanderverband

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Vereinsregister: Amtsgericht Stuttgart, VR 432 • Präsident: Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß • Geschäftsführerin: Ute Dicks

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Pressemitteilung Nr. 11
Deutscher Wandertag 2017 (Original PDF)
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Pressemitteilung 01.2017
Alte und neue Qualitätswanderwege
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