Kaiserslautern - Schweigen

Pfälzer Wald- und Felsenpfad

Erste gemeinsame Wanderung Netzwerk – I.W.F.

Beide Vereine, Netzwerk Weitwandern e.V. und Initiative der Weit- und Fernwanderer e.V. (I.W.F.) haben die gleichen Interessen. Was liegt da näher als ein Zusammenrücken? Und dazu bietet sich eine gemeinsame Wanderung an. Da ich Mitglied in beiden Vereinen bin, hatte ich die ehrenvolle Aufgabe übernommen.

 

Der Pfälzerwald liegt vor meiner Haustüre. Er ist nicht nur eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, sondern auch Naturpark und Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Daher brauchte ich nicht in die Ferne zu schweifen.

Vor kurzem wurden in meiner Heimat drei neue Prädikatswanderwege geschaffen, der Pfälzer Weinsteig, der Pfälzer Waldpfad und der Pfälzer Höhenweg. Ich habe mir den Pfälzer Waldpfad ausgesucht. Für mich war ganz wichtig, alle Unterkünfte zu Fuß erreichen zu können. Das ist zumindest für eine (größere) Gruppe auf diesem Weg nicht möglich. Daher musste ich von der Route des Pfälzer Waldpfades abweichen. Da habe ich mir gedacht, wenn ich schon die Originalstrecke nicht ganz einhalten kann, dann weiche ich noch des Öfteren ab, um wunderschöne Pfade mit einzuschließen. Deshalb habe ich die Route “umgetauft” in “Pfälzer Wald- und Felsenpfad”.

 

1. Tag, Sonntag: Kaiserslautern – Finsterbrunnertal 17 km

 

Einer der wenigen Wanderwege, die direkt mit dem ICE zu erreichen sind, beginnt am Kaiserslauterer Hauptbahnhof. Wir starteten am Sonntag, den 6. Oktober 2013, gegen Mittag, nachdem ich fünf Mitwanderer vom Hotel Bremerhof mit unserem Begleitfahrzeug, einem Wohnmobil, abgeholt hatte. Der Bahnhof liegt an der Südperipherie der Stadt, sodass man auf dem Weg nach Süden schnell aus ihr heraus ist. Vorbei ging's an den Skulpturen “Elf Freunde”, die von der Fußballverrücktheit der Stadt zeugen, und an dem schönen Albrechtsbrunnen, der mit der Plastik “Knabe mit Ferkel” gekrönt wurde. Dieser Brunnen wurde zu Ehren des Königs Albrecht I. von Habsburg errichtet, der 1303 Lautern den südlichen Stadtwald schenkte, damit die Bürger ihre Schweine zur Mast in den Wald treiben konnten.

 

Der erste Anstieg führte auf schönem Pfad hinauf zum 35 m hohen Humbergturm, der normalerweise eine schöne Sicht über die Stadt Kaiserslautern bietet. Wolken und Nebelschwaden veranlassten uns jedoch zum sofortigen Weitergehen. Kurz danach begegnete uns wieder etwas historisches, der Dreieckstein, ein Dreimärker, an dem früher drei Grenzen aufeinandertrafen: der oben erwähnte Stadtwald mit dem Stadtwappen, der Reichswald mit dem Wittelsbacher Rautenwappen und der Stiftswald mit der Wolfsangel, dem Zeichen des Prämonstratenserklosters. Die Wolfsangel, die auch die Nazis als Emblem verwendet hatten, tauchte des Öfteren als Forstzeichen und in den Wappen Wald besitzender Gemeinden auf. Sie diente zum Fangen der Wölfe. Man hängte sie mit einem Ende an einem starken Ast in Sprunghöhe des Wolfes auf, am anderen Ende befand sich ein Stück Aas. Der Wolf sprang in die Höhe, riss sich die Schnauze ab und verendete.

 

Die nächste historische Sehenswürdigkeit ließ nicht lange auf sich warten, der Pfaffenbrunnen. Er diente einst der Wasserversorgung des Bremerhofs, der ein Wirtschaftshof des Prämonstratenserklosters war, der erstmals 1215 erwähnt wurde. Der Name des heutigen Hotels hat mit der Stadt Bremen nichs zu tun. Die wahrscheinlichste Erklärung ist die Herkunft vom mittelhochdeutschen “breme”, Dornstrauch.

 

An der Roten Hohl erwartete uns das Wohnmobil mit gedecktem Tisch fürs Mittagspicknick. Welch ein Service, welch ein Luxus bei einer Streckenwanderung!

 

Am Nachmittag wanderten wir, teils vom Waldpfad abweichend, am Ort Stelzenberg vorbei und durch ein wunderschönes grünes Tal, um schließlich zum Naturfreundehaus Finsterbrunnertal zu gelangen, wo gerade Oktoberfest gefeiert wurde. Wohl daher gab's zum Abendmenü Bayerischen Leberkäse, der kein Käse ist und keine Leber enthält. Lustig ging's beim gemütlichen Beisammensein zu. Wir haben viel gelacht und gesungen, wobei wir mit den Einheimischen konkurrierten. Nicht fehlen durfte das Pfälzer Lied “Auf ihr Brieder in die Palz”, das unsere Nicht-Pfälzer zu lernen versuchten.

 

 

 

 


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2. Tag, Montag: Finsterbrunnertal – Heltersberg

 

Uns erwartete an diesem Tag ein absolutes Highlight, die Karlstalschlucht. Zuvor wanderten wir auf einem vor Hochwasser geschützten Dammweg direkt neben dem idyllischen Bächlein Moosalb, das seinen Weg durch eine üppig-grüne Naturlandschaft sucht.

 

In Unterhammer informieren Tafeln über die Anfänge der pfälzischen Industriegeschichte und berichten über die damalige Eisenerzgewinnung und Verhüttung, denn in der Pfalz gab es bedeutende Eisenerzvorkommen. Manche Bäche haben vom Eisenoxyd braun gefärbtes Sediment abgelagert.

 

Vorbei am ehemaligen Herrschaftshaus mit einem kleinen See, gelangten wir schließlich ins Karlstal. Es ist eine weitgehend naturbelassene Felsenschlucht mit großen, teils rechteckigen Felsbrocken. Der Wanderweg wurde mit kleinen Holzbrücken und einem hölzernen Pavillon derart idyllisch in das Tal eingepasst, dass er den naturnahen Gesamteindruck eher noch verstärkt. Ein kleiner Abstecher führt zu einer ehemals bewohnten Felsenhöhle.

 

Bis zum Gutenbrunnen folgten wir wieder dem Pfälzer Waldpfad. Hier bogen wir ab, um auf unmarkierten Wegen weiter zu wandern. Zunächst mussten wir auf “Alwinscher Wegführung” in Hohlwegen beschwerlich aufsteigen, um zum Anfang der Hasendell an einem idyllischen Weiher zu gelangen. Dort erwartete uns wieder das Wohnmobil zur Mittagsrast. Vorbei an schönen Bächlein und Weihern in der Hasendell erreichten wir die Fuchsdell und wieder markierte Wege.

 

Wir durchschritten tiefe Laubwälder und bewunderten des Öfteren alte riesige Buchen. Ein letztes Mal an diesem Tag wichen wir vom Waldpfad ab, um auf einem schöneren Waldweg zum Kleinen Hundsberg zu gelangen und ins Tal des Hundsbächels abzusteigen, bevor wir die letzte “Schikane”, einen steilen Aufstieg zum Naturfreundehaus Heltersberg, unter die Füße zu nehmen hatten.

 

Ein freundlicher Wirt namens Wolfgang empfing uns und war gerade dabei, unser Abendessen zu kochen. Daher mussten auch wir mangels Personal zeitweise einspringen und den Thekendienst übernehmen. Dieses Vertrauen in die Gäste beeindruckte uns. Das von mir bestellte Wildgericht, Hirschgulasch mit Apfelrotkraut und Knödeln, schmeckte uns vorzüglich. Und das alles zum Sattessen für 7 €/Person (!). Dazu ein guter Tropfen Pfälzer Weines; Herz, was begehrst du mehr nach einem so schönen Wandertag? Die Teilnehmer aus der Pfalz versprachen, bald wieder zu kommen.


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3. Tag, Dienstag: Heltersberg – Hermersbergerhof

Frisch gestärkt nach einem tollen Frühstücksbuffet erwarteten uns wieder schöne Wege. Wir gingen ein Stück auf dem Heltersberger Brunnenwanderweg. Zunächst führte uns ein wunderschöner Pfad hinunter ins Dinkelsbachtal. Leider waren die vielen vom Altweibersommer zeugenden Spinnennetze, die ich kurze Zeit vorher noch bewunderte, vom Regen zerstört worden. Dann wartete unser erstes Felserlebnis auf uns, die Seelenfelsen. Zur Namensgebung gibt es zwei Versionen. Tatsache ist, dass ein Förster namens Seel dort tödlich verunglückte. Die zweite Version besagt, dass Vater und Sohn den Weg verfehlten, der Vater beim Sturz zu Tode kam, und ein Lichtlein (Seele des Vaters) den Sohn sicher nach Hause leitete.

Hautnah, direkt am Fuß dieses imposanten 670 m langen Felsriegels aus rotem Buntsandstein führt der Pfad vorbei. Interessant sind die eingeschlossenen Kieselsteine, auch die wie Bienenwaben aussehenden Vertiefungen in den senkrechten Felswänden.

Wiederum wunderschöne Pfade führten uns hinunter ins Schwarzbachtal. Doch nun begann für mich ein schwarzer Tag. Auf wunderschönen einsamen Wegen verlief ich mich gleich mehrmals, sodass wir erst verspätet an der geschlossenen Gräfensteinhütte am gedeckten Tisch im Außenbereich Platz nehmen konnten.

Danach stiegen wir auf zu der aus der Stauferzeit (12. Jahrhundert) stammenden Ruine Gräfenstein, zunächst auf einem schönen Hohlweg. Diese Burg wurde, wie viele Burgen im Südwesten unseres Landes, erstmals 1525 im Bauernkrieg zerstört, danach wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie “nur” durch einen Brand zur Ruine. Dadurch entkam sie der völligen Zerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg, sodass noch gewaltige Mauern und der siebeneckige (!) Bergfried erhalten sind. Von der Spitze des Turms genossen wir bei recht guter Sicht den Rundumblick auf das grüne Hügelmeer des Pfälzerwaldes. Die Buntfärbung des Laubes hatte leider noch nicht eingesetzt, sonst wäre die Landschaft noch schöner gewesen.

Den Wegabschnitt vom Parkplatz der Burgruine nach Hermersbergerhof bin ich nicht vorgegangen, denn er ist gut markiert mit dem blau-weißen Balken. Wieder ein wunderschöner Pfad, der uns ins Tal des Floßbaches hinunterführte. Nach Überquerung der Talsohle wanderten wir ein Stück parallel zu diesem Bach, der mit Sandsteinmauern eingefasst wurde, um ihn flößbar zu machen. Erstaunlich, dass man auf so kleinen Bächen Flößerei betreiben konnte. Das funktionierte natürlich nur mittels der Wooge (Stauseen), deren Wassermassen durch Öffnen der Schleusen in die Bäche stürzten.

Nun erlebten wir eine Überraschung. Ein an einen Baum geheftetes Blatt Papier informierte uns darüber, dass wir uns ab hier in einer Kernzone des Biosphärenreservates befänden und der Weg nicht mehr gepflegt würde. Erstaunlicherweise waren die Wegmarkierungen aber größtenteils sehr deutlich und schienen erst vor Kurzem erneuert worden zu sein. Aber trotzdem wurden unzählige umgestürzte Bäume nicht mehr weggeräumt. Wir mussten die nassen und rutschigen Baumstämme mühsam übersteigen oder an steilen Hängen umgehen. Das kostete zusätzliche Kraft und Zeit, und das nach einem bisher sehr anstrengenden Tag. Aber dieses Stück Natur pur begeisterte uns trotzdem. Gerade noch rechtzeitig, um uns vor dem Abendessen noch frisch zu machen, erreichten wir nach 31 km Wegstrecke das Café Ingrid in Hermersbergerhof, der mit 550 m ü. NN höchstgelegenen Siedlung der Pfalz. Kastaniensaumagen (der beste, den ich je gegessen hatte), Wildleberknödel und Wildbratwurst ließen die Herzen der Nicht-Vegetarier höher schlagen.

 


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4. Tag, Mittwoch: Hermersbergerhof – Dicke Eiche

Von nun an ging's bergab – so richtig zum Ausruhen. Und das noch mit der Gewissheit, dass an diesem Tag die Etappe kürzer ausfällt. Es wird langsam langweilig, die schönen Wanderwege zu erwähnen. Dennoch ging's meist auf solchen hinunter bis Hauenstein. Zuvor stiegen wir noch bei Wilgartswiesen zur Ruine Falkenburg auf. Diese Burg war eine typische Felsenburg, bei der einige Gebäudeteile nicht gemauert, sondern aus dem Fels gehauen wurden. Sehr wahrscheinlich im 11. Jahrhundert erbaut, überstand sie den Bauernkrieg, wurde aber 1680 von französischen Truppen gesprengt. Eine luftige Holztreppe führt an der senkrechten Wand empor. Vom langgestreckten Burgfelsen hat man eine schöne Sicht bei viel Verkehrslärm auf das Queichtal, das von der B10 zerschnitten wird.

Unser Weitwanderweg unterteilt sich landschaftlich in zwei ziemlich verschiedene Abschnitte, den nördlichen mit tiefen Wäldern und viel Grün aufgrund der Feuchtigkeit, und den südlichen Teil mit aussichtsreichen Felsen, der etwa ab der Falkenburg beginnt.

Nach Umrundung des Schloßberges, teils auf urwaldartigem Weg, erreichten wir wieder den Waldpfad. Am Hauensteiner Bahnhof Mitte war das Picknick bereits hergerichtet. Der nun folgende Hauensteiner Schusterpfad führte uns zum Felsentor und zu Felsen mit toller Aussicht, den Kreuzelfelsen, den Backelstein mit Resten einer Burg, auf die eine hölzerne Treppe hinaufführt, und den Hühnerstein mit seiner Leiter, die sich nicht jeder traut hinaufzusteigen.

Frühzeitig erreichten wir das Pfälzerwaldvereins-Wanderheim Dicke Eiche, das unter der Woche nur mittwochs geöffnet hat.

 


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5. Tag, Donnerstag: Dicke Eiche – Dahn

Die ganze Nacht hatte es aus Kübeln geschüttet. Doch welch Wunder, am Morgen war der Spuk vorbei. Nach einem selbst zubereiteten Frühstück – dem Kühlschrank des Wohnmobils sei Dank – wanderten wir Richtung Erfweiler hinunter und auf den Hahnberg mit einem Aussichtsfelsen, auf den ein Brücklein hinüberführt. Wie dieser gibt es viele Felsen, die man praktisch ebenerdig erwandern kann, die aber auf der anderen Seite viele Meter senkrecht abfallen. Trotz der Nässe wagte ich, auf schmalem Pfad mit weglosem Abschnitt einen ungesicherten Felsen aufzusuchen, bevor wir zu dem gewaltigen Schafstein aufstiegen. Diesen ziert ein Felstürmchen, das wegen Instabilität nicht mehr beklettert werden darf.

Über den Kahlenberg und Schindhard erreichten wir die drei Dahner Burgen, Altdahn, Grafendahn und Tanstein. Zum Besichtigen der Burgruinen blieb leider keine Zeit, denn es wartete noch ein recht langer Weg mit einigen Höhepunkten auf uns. Bevor wir im dortigen Café unsere Mittagsmahlzeit einnahmen, machten wir noch einen Abstecher zu einem phantastischen Aussichtsfelsen, dem Hochstein.

Aufgrund einer Unachtsamkeit hatte ich mich wieder verlaufen, was mich natürlich sehr deprimierte, während es die Mitwanderer nach anfänglichem Murren bald wieder mit Humor trugen. Nichtsdestotrotz, ein äußerst reizvoller Pfad, der Elwetritscheweg, führt über den Lachberg zum Jungfernsprung. Wollte es mir doch keiner glauben, aber ein Schild an einem Ruheplatz beweist es: “Elwetritsche-Rundwanderweg. Ritualplatz für Baum- und Bodenbalz”. Ja, der Pfälzer Sagenvogel. Die nächste Sage: Ein böser Lüstling verfolgte eine Jungfrau, die an dem nach ihr benannten Fels keinen anderen Ausweg mehr wusste als hinunter zu springen. Und siehe da, sie kam heil unten an. Und das trotz der 70 m Höhe des Dahner Wahrzeichens.

Auf der anderen Seite des Wieslautertales erwartete uns der Premiumwanderweg “Dahner Felsenpfad” mit folgenden Felsen: Schillerfels, Schwalbenfels mit tollem Blick ins Tal und auf den Jungfernsprung, Felsenarena, Hirschfelsen, Schusterbänkel, Schlangenfelsen, Mooskopf und Roßkegelfels, alle mit kuriosen Formen.

Viele Felsen hier im fast nur roten Buntsandstein bestehen aus ziemlich waagrechten dickeren und dünneren Schichten von unterschiedlicher Festigkeit mit dadurch verschieden starker Erosion. So entstanden die skurrilsten Formen, wie Türme, Tische, Felsdächer, Galerien, etc. Manchmal blieben bei stärker verwitterten Zwischenschichten dünne Säulen stehen, oft in Form von Sanduhren. Kurz bevor wir unsere Gaststätte fürs Abendessen erreichten, bestaunten wir solch eine Besonderheit, nämlich eine Galerie mit sogenannten Sanduhren, welche aus gelbem Sandstein besteht. Dieser Stein war früher auch rot und wurde unter Druck von heißem Wasser gebleicht.

In der Jugendherberge Dahn, unserer nächsten Unterkunft, mussten wir uns von Katharina Wegelt (1. Vorsitzende des Netzwerks und Mitglied in der I.W.F.) verabschieden, die leider wegen neuer Verpflichtungen nicht länger bleiben konnte.

 


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6. Tag, Freitag: Dahn – Naturfreundehaus Bethof

Wettermäßig war es ein schwarzer Tag. Den beiden grandiosen Felsen des Dahner Felsenpfades, Büttelfels und Lämmerfels, konnten wir bei dem Regen nicht viel abgewinnen. Wenigstens lockerte es etwas auf bei unserer Überschreitung von Rauh- und Wöllmersberg auf wunderschönen Pfaden, hautnah an den Felsen vorbei und unter dem größten Felsendach der Pfalz hindurch.

Abkürzen hieß bei wieder einsetzendem Regen die Devise. Den Geierstein auslassend eilten wir zur geschlossenen Drachenfelshütte, wo wir wenigstens für unser Picknick ein Dach überm Kopf hatten. Die Burgruine Drachenfels wollten trotzdem die meisten besteigen. Dass man auch den riesigen senkrechten Felsklotz, genannt Backenzahn, bis zum Gipfel auf einer engen Treppe besteigen kann, hat schon Erstaunen hervorgerufen.

Auch der Heidenberg mit dem phantastischen Aussichtsfelsen Heidenpfeiler wurde dem Wettergott geopfert. Die einzige nicht zerstörte Burg der Pfalz, den Berwartstein, ließen wir rechts liegen. Meine Botschaft an die Mitwanderer: “Wiederkommen und die drei Dahner Burgen, den Drachenfels und den Berwartstein bei schönem Wetter besichtigen!” Das Naturfreundehaus Bethof erreichten wir sogar noch bei etwas aufgeklartem Wetter.

 


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7. Tag, Samstag: Naturfreundehaus Bethof – Schweigen.

Der letzte weniger anstrengende Wandertag brachte keine Felsen und Burgen mehr, aber nochmals Naturlandschaften mit Seen und Bächen auf dem Pfälzer Waldpfad. Und ein letztes Mal viele, viele Pilze. Dann überraschte eine ganz andere Landschaft. In den Kastanienwäldern am Rande des Haardtgebirges – wir befanden uns nun für mehrere Kilometer auf französischem Gebiet - brach bei einigen die Sammelleidenschaft aus. Kein Wunder bei dieser Fülle von heruntergefallenen reifen Früchten. Und danach öffnete sich die Landschaft. Der weite Blick auf das Rebenmeer des Elsass' und der Deutschen Weinstraße gönnte uns eine willkommene Abwechslung zum Abschluss. Obligatorisch war, bevor wir unser Quartier im Hotel Schweigener Hof bezogen, der Gang zum Deutschen Weintor, wo der Waldpfad endet.

 

 


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8. Tag Sonntag: Heimfahrt

Kostenlose Broschüre

 

 

 

 

 

 

Wanderführer:

Kartenserie des Pfälzerwald-Vereins:

Die Pfalz – Die besten Wandertouren – 18 Empfehlungen“ mit Wanderkarte im Maßstab 1 : 155.000.

Martin-Luther-Str. 69, 67433 Neustadt an der Weinstraße,

06321/39160

info@pfalz-touristik.de

Jürgen Plogmann, Pfälzer Weitwanderwege, Rother-Verlag

Naturpark Pfälzer Wald im Maßstab 1:25.000 (offizielle topographische Wanderkarten von PWV und LvermGeo) -

Kaiserslautern und Umgebung (Blatt NP 3)

Vom Johanniskreuz bis Pirmasens (Blatt NP 5)

Östlicher Wasgau (Blatt NP 8)


Alwin Müller

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